Weißt du noch damals?
In Italien habe ich dich immer mitten in der
Nacht geweckt, wenn ich aufs Klo musste, weil ich mich nicht alleine
getraut habe. Und du bist jedes mal mitgegangen. Obwohl die Toiletten
nur zehn Meter von unserem Wohnwagen entfernt waren. Weißt du, seit du
nicht mehr in Italien bist mit uns, ist alles anders. Niemand ist nun
mehr da, der mit mir am Strand rumalbert. Niemand ist mehr da, der
meiner Mama einen Eimer Wasser über den Kopf leert während sie schläft
und dann ganz schnell mit mir wegrennt. Niemand ist mehr da, der mit mir
eine Essensschlacht mit dem kompletten Campingplatz anfängt.
Oder auch zu Hause. Weißt du noch? Immer wenn ich nicht schlafen konnte oder mitten in der
Nacht aufgewacht bin, weil ich Alpträume hatte, bin ich hoch zu euch ins
Bett gekommen. Ich habe mich nie neben Mama gelegt, sondern immer neben
dich. Und du hast immer sofort deine Decke angehoben, damit ich mich
neben dich kuscheln kann. Und dann hast du immer die leuchtenden
Sternaufkleber an das Regal über unseren Köpfen geklebt, damit ich keine
Angst mehr hatte. Aber weißt du, dass hatte ich sowieso nicht. Nicht in
deiner Nähe. In deiner Nähe bin ich in der Dunkelheit rumgelaufen und
hatte keine Angst. In deiner Nähe war mein Leben vollkommen. Du warst
immer der Teil der Familie, der für mich gefehlt hat. Du hast die
Familie für mich vollständig und perfekt gemacht.
Du fehlst mir so
sehr. Ich weine schon wieder. Aber das erzähle ich niemanden. Weil
niemand darüber reden will. Weil jeder möchte, dass das Leben weiter
geht und das die Trauer vergeht. Deswegen bleibe ich damit mit mir
alleine. Ich vermisse dich so sehr. Egal, ob in Italien oder hier.
Weißt du, als du damals ausgezogen bist, ging alles ganz schnell bergab. Jeder drehte zu Hause durch, alle stritten nur noch, schlugen und verfluchten sich gegenseitig. In der Zeit habe ich mich zum ersten Mal geschnitten. Nein, nicht wegen dir. Aber das war irgendwann zu der Zeit. Jeden Tag, ein Schnitt mehr. Da hat es angefangen, dass ich mich selbstverletze. Ich wünschte, ich hätte niemals damit angefangen. Ich hatte da eine ziemlich schwere Zeit und alles ging schief. Aber davon wusstest du nichts und auch die anderen zu Hause wussten nur einen Bruchteil davon. Wirklich, seit du weg warst, gab es nur noch Streit zu Hause. Jeden Tag aufs neue. Das hat sich irgendwann aber wieder gelegt. Und alles war wie immer. Und mir ging es irgendwann besser. Das war Ende Herbst 2012. Da war eigentlich alles relativ okay. Und weißt du was dann passiert ist? Opa ist gestorben. Am 24.11.12. Genau ein Monat vor Weihnachten. Zwei Tage vorher waren wir noch bei ihm und haben uns bei ihm verabschiedet. Und deswegen war das vielleicht irgendwann zu akzeptieren. In der Zeit habe ich auch wieder viele Klassenarbeiten verhauen. Und es ging wieder bergab. Und gerade dann, als ich mich wieder aufrappelte und mich verbessern wollte, bist du gegangen. Das war am 28.06.13.
Du fehlst mir so sehr. Es tut weh, ohne dich atmen zu müssen. Ich kann das alles nicht ertragen. Ich bin mit meiner Trauer ganz alleine. Und sie wird nie vergehen. Niemals. Vorher werde ich gehen.
Dienstag, 8. Oktober 2013
Samstag, 5. Oktober 2013
Ich bin so kaputt, und niemand merkt es.
Ich bin nicht okay,
ich bin nicht glücklich,
ich bin nicht stabil.
Das ist ein schlechtes Gedicht,
das ist ein trauriges Gedicht,
das ist ein kaputtes, leeres Gedicht,
es hat überhaupt nicht die Bezeichnung eines Gedichtes verdient,
weil die Dichtung wunderschön ist,
aber das hier, ist es nicht.
Es ist hässlich,
es ist kaputt,
es ist leer,
es ist zwecklos,
so wie ich.
Ich weine und ich schreie,
und ich bin müde.
Und ich will bloß,
dass sich alles aufhört zu drehen.
dass sich alles aufhört zu drehen.
Ich meine, ich könnte es runterschlucken
mit Wodka
mit Pillen
oder mit silbernen Klingen aus Metall
oder vielleicht auch einfach wegrennen.
Aber ich kann nicht
weil ich Angst habe.
Ich bin entsetzt,
ich bin traurig,
ich bin leer,
ich bin kaputt,
ich bin eine Tragödie,
ich bin zwecklos,
ich bin ich.
Freitag, 27. September 2013
we all wanna be somebody
Immer mehr Risse,
bis ich so kaputt bin,
dass ich in mir zusammenklappe.
So viele Tränen,
bis ich in ihnen ertrinke.
So viele leeren Worte,
bis ich an ihnen ersticke.
So viel falsches Gelächter,
bis ich verlerne,
wie man wirklich lacht.
So viele Schnitte,
bis ich verblute.
So wenig essen,
bis ich so leicht bin,
dass ich davon fliegen kann.
So viel schreien,
bis meine Kehle trocken ist.
So viel trinken,
So viel trinken,
bis mein Körper taub wird.
So wenig schlafen,
So wenig schlafen,
bis ich meine Augen
nie wieder schließen kann.
Und mich so leer fühlen,
Und mich so leer fühlen,
bis ich sterbe.
Montag, 23. September 2013
achtundzwanzigsterjuni
Es ist Monate her, als ich dich das letzte mal sah.
Und doch sehe ich
dein Gesicht noch vor mir.
Ich weiß noch genau, wie deine Stimme sich
anhört.
Trotzdem könne ich sie nie beschreiben.
Dein Parfüm steigt mir
noch immer in die Nase,
wenn ich an dich denke.
Und wie du mir das aller
letzte mal zugewunken
und mich dabei strahlend angelächelt hast,
werde
ich wohl nie vergessen.
So wie alles.
Lauter kleine Erinnerungen,
die
sich nicht aus meinem Gedächtnis löschen lassen.
Und genau diese
Erinnerungen tun weh,
weil ich weiß, dass ich dich nie mehr wieder sehe.
Und jetzt, da du weg bist,
ist alles dunkel und kalt.
Egal, wo ich bin.
Egal, wie viele Menschen dort sind.
Tief in mir drinnen, bin ich alleine.
Egal, wie oft man mir sagt, dass ich geliebt werde.
Egal, wie oft mir versprochen wird, immer für mich da zu sein.
Tief in mir drinnen, weiß ich,
dass die Worte nichts mehr bringen.
Und egal, was passiert oder was ich zu ändern versuche.
Eines ändert sich niemals.
Und zwar, dass ich alleine bin.
Schon immer war und immer sein werde.
Und dass du nicht mehr zurück kommst,
nie wieder.
Dienstag, 17. September 2013
bald.
Dieses leere und taube Gefühl von damals ist wieder da. Ich hatte solche Angst vor diesem Moment und jetzt ist es wieder passiert. Ich habe den Boden unter meinen Füßen verloren. Schon wieder. Nur diesmal ist es anders. Schlimmer. Endgültig. Es fühlt sich an, als würde ich auseinander brechen. In tausende kleine Stücke, bis nichts mehr von mir übrig ist. Als würde ich mitten auf der Straße liegen, ohne bemerkt zu werden. Werde getreten, erdrückt..
Oder als würde ich in einem leeren Raum sitzen, dessen Wände immer näher kommen. Und bald ist es so weit. Es fehlen nur noch wenige Zentimeter, dann berühren mich die weißen, kalten Wände. Sie werden mich erdrücken. Solange, bis ich keine Luft mehr bekomme und ersticke. Das wäre die Erlösung. Die Erlösung von dieser Leere, dieser Taubheit, der Drang zur Klinge. Erlösung vom schlechten Gewissen, dem Verlust, der Trauer und den nicht auszuhalten Gedanken.
Ich hätte es verdient, weiter zu leiden. Aber ich kann nicht mehr. Ich fühle mich vernichtet. Das Ende aller Hoffnung hat mich zerstört. Ich überlasse mich den schwarzen Gedanken, die mich umhüllen, wie ein Leichentuch. Immer tiefer bin ich in die Finsternis der Verzweiflung eingesunken. Ich weiß nicht mehr, ob ich noch lebe. Habe verlernt, wie sich das anfühlt. Muss mich versichern, dass ich noch am Leben bin. Brauche das Feuer unter meiner Haut, um der Ewigkeit nah zu sein. Bis ich ihr irgendwann so nah bin, dass sie mich mit nimmt.
Oder als würde ich in einem leeren Raum sitzen, dessen Wände immer näher kommen. Und bald ist es so weit. Es fehlen nur noch wenige Zentimeter, dann berühren mich die weißen, kalten Wände. Sie werden mich erdrücken. Solange, bis ich keine Luft mehr bekomme und ersticke. Das wäre die Erlösung. Die Erlösung von dieser Leere, dieser Taubheit, der Drang zur Klinge. Erlösung vom schlechten Gewissen, dem Verlust, der Trauer und den nicht auszuhalten Gedanken.
Ich hätte es verdient, weiter zu leiden. Aber ich kann nicht mehr. Ich fühle mich vernichtet. Das Ende aller Hoffnung hat mich zerstört. Ich überlasse mich den schwarzen Gedanken, die mich umhüllen, wie ein Leichentuch. Immer tiefer bin ich in die Finsternis der Verzweiflung eingesunken. Ich weiß nicht mehr, ob ich noch lebe. Habe verlernt, wie sich das anfühlt. Muss mich versichern, dass ich noch am Leben bin. Brauche das Feuer unter meiner Haut, um der Ewigkeit nah zu sein. Bis ich ihr irgendwann so nah bin, dass sie mich mit nimmt.
Sonntag, 15. September 2013
il vuoto
Da sind diese Arme,
die seit Wochen nicht loslassen.
Nach denen du zu greifen versuchst,
dann merkst, wie deine Hände ins Leere greifen.
Da ist diese Umarmung,
sie war nicht die erste, aber eine der Letzten.
Und wenn du sie heute zu spüren versuchst,
kann es dich immer noch verletzen.
Da sind diese Augen,
die ausschließlich nur das unter deiner Haut sahen.
An dessen Farbe du dich zu erinnern versuchst,
um das Schönste für die Ewigkeit zu bewahren.
Da ist diese Stimme,
die, die früher die Nacht beruhigen konnte.
Die, du nicht mehr zu hören versuchst,
weil es dann nicht mehr weh tun sollte.
Da war sie, diese Liebe,
die du heute noch mehr schätzt.
Du weißt, dass du sie nicht noch einmal findest,
weil Gott keine Doppelgänger in die Welt setzt.
Freitag, 13. September 2013
"Ich gehe, dann ist gut."
Ich wusste von Anfang an, dass es so enden wird. Und trotzdem, habe ich es versucht. Das war wahrscheinlich ziemlich egoistisch von mir. Wieder mal eine Eigenschaft, wo ich besitze, die stört. So wie vieles mehr. Eigentlich alles an mir stört. Und deswegen kann ich auch verstehen, wieso du gegangen bist. Wirklich, ich bin kein Stück sauer. Nur unendlich traurig. Ich weiß, dass ich kompliziert bin. Du hast dies zwar immer verneint, aber am Ende musstest du dir wohl oder übel das Gegenteil eingestehen. Blöd, oder? Dabei hast du doch anscheinend immer recht. Hast du doch immer gesagt. Ich wollte dich nicht links liegen lassen. Aber so bin ich eben. Ich stoße Menschen von mir weg, wenn es mir nicht gut geht. Und falls es dich beruhigt: das habe ich bei jedem gemacht nicht nur bei dir. Aber natürlich beruhigt dich das nicht. Zum einen wirst du das hier niemals lesen. Ich existiere nicht mehr. Bitte, geh auf Abstand, such dir ein Mädchen, dass nicht gestört ist und werde glücklich. Vergiss, dass es mich gibt. Tu einfach so, als wären wir uns nie begegnet. Wenn du das alles schaffst, freut mich das rießig für dich. Du sollst glücklich sein. Ich meine, dass ist doch die Hauptsache, oder? Also für mich zumindest. Wie du das siehst, weiß ich nicht. Wie denn auch? Ich rede ja nicht mehr mit dir. Ist das nicht ironisch? Du meintest immer, du bleibst für immer. Ich habe dir das von Anfang an nicht geglaubt. Und nein, dass soll jetzt kein Angriff sein. Ich meine, ich habe dich ja quasi dazu gebracht, zu gehen. Ich wusste, dass du es nicht lange mit mir aushältst. Konnte bis jetzt niemand.
Ich halte den Verlust von noch einem Menschen nicht aus. Das habe ich dir auch gesagt.
Weißt du was? Ich gehe, dann ist gut.
Weißt du was? Ich gehe, dann ist gut.
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